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0 Vorwort

In einer vernetzten und hochkomplexen Welt sind es oft unerwartete Naturkräfte, die über Stabilität und Sicherheit entscheiden. Blitzschutz steht deshalb heute nicht mehr als rein technisches Detail am Rande der Planung, sondern ist zu einer strategischen Aufgabe für Entscheiderinnen und Fachleute geworden, denen der Schutz von Menschen, Sachwerten und kritischer Infrastruktur am Herzen liegt. Moderne Blitzschutzsysteme sichern den Betrieb gesellschaftlich relevanter Einrichtungen, schaffen Versorgungssicherheit und bewahren Leben ebenso wie wirtschaftliche Werte. Ihre Bedeutung für die Gesellschaft könnte aktueller kaum sein.

Mit der dritten Edition der Normenreihe DIN EN IEC 62305 liegt ein international abgestimmter und zukunftsweisender Standard vor, der über Jahre in enger Kooperation von Wissenschaft, Industrie und Anwendern entwickelt wurde. Die neuen Regelwerke sind das Ergebnis eines intensiven fachlichen Austausches. Sie bieten ein praxisnahes Risikomanagement, das die Bewertung systemischer Risiken vereinfacht und die Anwendung im Alltag erleichtert. Sie führen innovative Begriffe und Methoden ein, die Missverständnisse minimieren und die Anwendbarkeit in der täglichen Praxis verbessern. Die Anforderungen an Planung, Bau, Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen wurden grundlegend überarbeitet. Die Risikoanalyse basiert nun auf einem einheitlichen Risikowert und stellt gesellschaftlich relevante Verlustarten in den Mittelpunkt. Technische Aspekte wie die Positionierung von Fangeinrichtungen, die Vermeidung von Hot-Spots und die Koordination des Überspannungsschutzes sind klarer geregelt. Dies spielt insbesondere für unterschiedlich genutzte Bauten und kritische Anlagen wie Krankenhäuser, Datenzentren oder Energieversorger eine zentrale Rolle.

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