2.3 Planungs- und Errichtungsnormen für Überspannungsschutz in Niederspannungsanlagen
Unabhängig von den Blitzschutznormen für Gebäude sind für den Überspannungsschutz von Niederspannungsanlagen eine Reihe von Installationsnormen von Bedeutung, deren wesentliche Inhalte nachfolgend kurz beschrieben werden. Detaillierte Beschreibungen zur Umsetzung der Inhalte dieser Normen werden in den nachfolgenden Kapiteln gegeben.
DIN VDE 0100-443 (VDE 0100 Teil 443):2016-10
Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-44: Schutzmaßnahmen – Schutz bei Störspannungen und elektromagnetischen Störgrößen – Abschnitt 443: Schutz bei transienten Überspannungen infolge atmosphärischer Einflüsse oder von Schaltvorgängen
Die DIN VDE 0100-443 beschreibt die Entscheidungskriterien, wann Überspannungsschutz in Niederspannungsanlagen vorzusehen ist. Die Norm berücksichtigt die über das Stromversorgungssystem übertragenen transienten Überspannungen. Dabei können diese Überspannungen durch Blitzeinschläge in oder neben der Versorgungsleitung oder infolge von Schaltvorgängen generiert werden. Im Anwendungsbereich werden nun neben Überspannungen, die durch Blitzeinschläge in der Nähe der Versorgungsleitungen entstehen – Schadensquelle S4 nach VDE 0185-305-1, explizit auch direkte Blitzeinschläge in die Versorgungsleitung – Schadensquelle S3 nach DIN VDE 0185-305-1, berücksichtigt. Es wird in der Norm darauf hingewiesen, dass durch die Spannungsbegrenzung von Überspannungs- Schutzeinrichtungen (SPDs) die Vorgaben der Isolationskoordination sichergestellt werden sollen, um so gefährliche Funkenbildung und daraus resultierende Brände zu vermeiden.
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