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2.9 Produktnormen für Überspannungsschutzgeräte

DIN EN 61643-11 (VDE 0675-6-11):2019-03
Überspannungsschutzgeräte für Niederspannung
Teil 11: Überspannungsschutzgeräte für den Einsatz in Niederspannungsanlagen – Anforderungen und Prüfungen

legt die Anforderungen und Prüfverfahren für Überspannungsschutzgeräte (Surge Protective Devices, SPD) fest, die in Niederspannungs-Wechselstromanlagen eingesetzt werden. Sie gilt für Geräte, die elektrische Anlagen und Betriebsmittel vor den Auswirkungen indirekter und direkter Blitzeinschläge sowie anderer transienter Überspannungen schützen. Erfasst werden ausschließlich SPDs der Typen 1, 2 und 3 gemäß IEC 61643-01, die mindestens eine nichtlineare Schutzkomponente – wie Funkenstrecken oder Varistoren – enthalten und dazu bestimmt sind, Überspannungen zu begrenzen und Stoßströme in das Erdungssystem abzuleiten. Der Anwendungsbereich umfasst den Einsatz in 50/60 Hz-Wechselstromnetzen mit Nennspannungen bis 1000 V (Effektivwert) in TN-, TT- und IT-Systemen.

Die Norm verfolgt das Ziel, ein einheitliches Sicherheits- und Leistungsniveau für SPDs sicherzustellen und definiert dazu standardisierte Prüfverfahren. Sie dient als Grundlage für die Auswahl, Bemessung, Prüfung und den Einsatz von Überspannungsschutzgeräten in Gebäuden, Industrieanlagen und Infrastruktursystemen. Typ 1-SPDs sind als Blitzstromableiter für den Einsatz an der Gebäudeeinführung vorgesehen und werden mit dem Blitzstoßstrom Iimp geprüft. Typ 2-SPDs dienen dem Überspannungsschutz in Unterverteilungen und werden mit dem Nennableitstoßstrom In geprüft. Typ 3-SPDs sind Feinschutzgeräte für Endgeräte und werden mit einer Kombination aus Stoßspannung und Stoßstrom geprüft.

Im Scope enthalten sind Festlegungen zu Bemessungswerten wie Nennspannung (Un), maximaler Dauerbetriebsspannung (Uc), Nennableitstoßstrom (In), Blitzstoßstrom (Iimp) und Schutzpegel (Up). Die Norm beschreibt Typprüfungen unter definierten Impulsbedingungen, Sicherheitsprüfungen und thermische Belastungstests. Sie fordert zudem Maßnahmen zum Schutz gegen elektrischen Schlag, zur Vermeidung von Brandgefahr sowie zur Sicherstellung mechanischer Festigkeit und thermischer Stabilität. Eine eindeutige Kennzeichnung mit Angaben zu Typ, Nennspannung, Schutzpegel und Hersteller ist verpflichtend.

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