1.2 Blitztypen
Erdblitze sind elektrische Entladungen zwischen Gewitterwolken und der Erdoberfläche. Sie entstehen, wenn sich in der Wolke ein starkes elektrisches Feld aufbaut, das die Luft ionisiert und einen leitenden Pfad vom negativen Ladungszentrum der Wolke nach unten bildet. Dieser Pfad wird als Leitblitz bezeichnet. Der Leitblitz bewegt sich in mehreren Schritten zur Erde hinab, wobei er an jedem Schritt eine ionisierte Spur hinterlässt. Wenn der Leitblitz eine bestimmte Entfernung von der Erde erreicht, entsteht eine Fangentladung vom Erdboden oder einem geerdeten Objekt, die dem Leitblitz entgegenwächst. Wenn sich der Leitblitz und die Fangentladung treffen, ist der Strompfad vom Wolkenboden zur Erde geschlossen. Dann fließt ein hoher Stromstoß von der Wolke zur Erde, der als Hauptblitz sichtbar wird. Der Hauptblitz kann mehrmals entlang der gleichen Spur wiederholt werden, wobei jeder Stromstoß als Folgeblitz bezeichnet wird. Die Folgeblitze sind in der Regel heller und kürzer als der Erstblitz.
Dabei lassen sich zwei Arten von Erdblitzen unterscheiden:
- Abwärtsblitze (Wolke-Erde-Blitze),
- Aufwärtsblitze (Erde-Wolke-Blitze).
Bei Abwärtsblitzen wird die Blitzentladung durch abwärts gerichtete Leader-Entladungen von der Wolke zur Erde eingeleitet. Sie treten meist im flachen Gelände und bei niedrigen baulichen Anlagen auf. Erkennbar sind Wolke-Erde-Blitze durch die zur Erde gerichteten Verästelungen (Bild 1.2.1).
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