1.5 Das elektro-geometrische Modell
In Kapitel 1.2 wurde bereits beschrieben, dass die Entladungsvorgänge zwischen Wolke und Erdoberfläche in Ruckstufen verlaufen. Der Leitblitz aus der Gewitterwolke nähert sich also ruckweise in Stufen von jeweils einigen 10 Metern der Erdoberfläche.
Nähert sich der Leitblitz mit seiner Ladung der Erde, so steigt die elektrische Feldstärke an Objekten auf der Erde schnell an. Dies geschieht besonders an exponierten Stellen wie Baumspitzen oder Gebäudedächern. Von diesen Stellen gehen Fangentladungen aus, die dem Blitz entgegenwachsen. Der Einschlagspunkt des Blitzes wird durch die Fangentladung bestimmt, die als erste den Leitblitz trifft. Dies stellt eine Verbindung zwischen dem Blitz und dem Erdboden her. Diese letzte, durch die Fangentladung überbrückte Teilstrecke der Verbindung zwischen Wolkenladung und Erdboden bezeichnet man entsprechend Bild 1.5.1 als Enddurchschlagstrecke. Das Starten der Fangentladung setzt voraus, dass vor allem im Leitblitzkopf eine genügend große Ladungsmenge angehäuft ist, um ein hinreichend hohes elektrisches Feld zu erzeugen. Da die ladungsstarken Blitze mehr Ladung im Leitblitz und vor allem im Leitblitzkopf anhäufen, wird die Durchschlagfeldstärke schon bei größerer
Entfernung des Leitblitzes erreicht als bei den ladungsschwächeren Blitzen. Daher haben ladungsstarke Blitze eine größere Enddurchschlagstrecke als ladungsschwache Blitze. Diese variiert zwischen etwa 10 m und einigen 100 m.
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