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10.2.1 Installationsort und Prüfklasse

Die strategische Auswahl der korrekten Prüfklasse eines Überspannungsschutzgeräts (Surge Protective Device, SPD) – also Typ 1 oder Typ 2 – ist der erste und wichtigste Schritt für einen wirksamen Schutz einer Photovoltaikanlage. Diese Entscheidung hängt direkt vom Installationsort des SPDs und dem Vorhandensein eines externen Blitzschutzsystems (Lightning Protection System, LPS) ab. Sie ist fundamental, um sicherzustellen, dass das SPD die am Einsatzort zu erwartenden Blitz- oder Stoßströme sicher bewältigen kann und die Anlage zuverlässig geschützt wird.
Die Norm IEC 61643-32 definiert drei Hauptszenarien, die die Auswahl der SPD-Prüfklasse bestimmen (Tabelle 10.2.1.1).
Die entscheidenden Kennwerte für die Stromtragfähigkeit sind der Blitzstoßstrom Iimp für Typ-1-SPDs und der Nennableitstoßstrom In für Typ-2-SPDs. Der Iimp-Wert wird mit einer energiereichen 10/350-µs-Wellenform geprüft und simuliert die Belastung durch einen direkten Blitzeinschlag. Er ist daher für SPDs Typ 1 (Prüfklasse I) maßgebend. Der In-Wert hingegen wird mit einer 8/20-µs-Wellenform geprüft, die für induzierte Überspannungen charakteristisch ist und somit das Kriterium für SPDs Typ 2 (Prüfklasse II) darstellt. Gemäß IEC 61643-31 sind SPDs, die speziell für den Einsatz in PV-Anlagen entwickelt und geprüft wurden, mit einem "PV"-Zeichen gekennzeichnet.

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