10.2.7 Koordination von PV-SPDs
SPD-Koordination beschreibt das gezielte und definierte Zusammenspiel von mindestens zwei parallel geschalteten Überspannungsschutzgeräten. Das Ziel ist eine stufenweise Reduzierung der Überspannungsenergie. Dabei leitet die energiestarke Schutzstufe (SPD Typ 1) den Großteil der hochenergetischen Stoßenergie ab. Die nachgeschaltete Schutzstufe (SPD Typ 2) begrenzt dann die verbleibende Restspannung auf einen sehr niedrigen, für empfindliche Endgeräte ungefährlichen Pegel, ohne dabei selbst durch die hohe Eingangsenergie überlastet zu werden.
Der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Koordination ist die energetische Entkopplung zwischen den SPDs. In der Praxis wird diese Entkopplung durch eine ausreichende Leitungslänge zwischen den Schutzstufen erreicht. Die Induktivität des Kabels bewirkt bei einem steilen Stromanstieg einen Spannungsabfall, der sicherstellt, dass das vorgeschaltete, energiestarke SPD zuerst anspricht und den Hauptteil der Energie ableitet
Die Koordination zwischen SPDs verschiedener Hersteller oder unterschiedlicher Technologien (z.B. Funkenstrecke und Varistor) ist nicht trivial und funktioniert nicht automatisch. Wie die Norm IEC 61643-32 explizit fordert, müssen daher unbedingt die Installationsanweisungen der Hersteller befolgt werden. Diese enthalten spezifische Angaben zu erforderlichen Abständen oder dem Einsatz von Entkopplungsinduktivitäten. Die weiterführende Norm für dieses komplexe Thema ist die IEC 61643-12, welche die detaillierten technischen Grundlagen und Prüfverfahren für die energetische Koordination von SPDs festlegt.
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