10.2.4 Bemessung der Anschlussleitungslängen für PV-SPDs
Die Länge der Anschlussleitungen hat eine kritische und oft unterschätzte Auswirkung auf die Schutzwirkung eines SPDs. Das physikalische Prinzip dahinter ist der induktive Spannungsfall (ΔU), der durch den steilen Stromanstieg eines Blitz- oder Schaltimpulses in den Leitungen entsteht. Dieser Spannungsfall addiert sich zum Schutzpegel Up des SPDs selbst hinzu. Die Summe aus beiden – der effektive Schutzpegel Up/f – ist die Spannung, die tatsächlich am zu schützenden Gerät anliegt. Lange Leitungen können diesen Wert gefährlich erhöhen und den Schutz unwirksam machen.
Um diesen Effekt zu quantifizieren, gibt die IEC 62305-4, Anhang C, eine eindringliche Faustformel für die Praxis vor:
Jeder Meter Anschlussleitung kann bei einem Stoßstrom von 10 kA (8/20 µs) einen zusätzlichen Spannungsfall von ca. 1.000 V verursachen.
Diese Regel unterstreicht die zwingende Notwendigkeit, die Anschlussleitungen eines SPDs so kurz wie möglich zu halten, um den induktiven Spannungsfall zu minimieren.
Die technischen Hintergründe und daraus abgeleitete praktische Verfahrensweisen wurden bereits in Kapitel 10.1.7 beschrieben.
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