9.3 Blitzschutzzonen-Konzept
Der Schutz vor dem elektromagnetischen Blitzimpuls (LEMP) folgt dem grundlegenden Verträglichkeitsprinzip der EMV, das auf ein ausgewogenes Zusammenspiel aller beteiligten Komponenten abzielt. Systeme müssen so ausgelegt sein, dass sie die typischen elektromagnetischen Störungen, die durch Blitzereignisse entstehen, ohne Funktionsverlust überstehen können. Gleichzeitig dürfen sie im Einfluss eines Blitzimpulses keine zusätzlichen gefährlichen Störungen erzeugen, die andere Geräte oder Anlagen beeinträchtigen könnten. Entscheidend ist dabei das abgestimmte Verhalten aller Elemente innerhalb eines Gesamtsystems: Leitungen, Geräte, Erdungsanlagen und Schutzkomponenten müssen so miteinander interagieren, dass sie sich im Blitzfall nicht gegenseitig verstärken oder gefährden. Der LEMP-Schutz basiert daher stets auf einem ganzheitlichen Konzept, das bauliche Gegebenheiten, Installationsführung und Blitzschutzmaßnahmen realistisch berücksichtigt. Ziel ist nicht die vollständige Immunität gegenüber extremen Ereignissen, sondern ein kontrolliertes, verträgliches Verhalten der gesamten Anlage, das auch unter außergewöhnlichen Belastungen die Betriebssicherheit gewährleistet.
Das Blitzschutzzonen-Konzept (LPZ-Konzept) ist eine fundamentale Strategie zum Schutz elektrischer und elektronischer Systeme vor den schädlichen Auswirkungen des elektromagnetischen Blitzimpulses (LEMP). Dieser strukturierte Ansatz ist entscheidend, um die durch LEMP verursachten Störgrößen schrittweise und kontrolliert auf ein Maß zu reduzieren, das mit dem Störfestigkeitspegel der darin befindlichen Systeme vereinbar ist.
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