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9.5 Kabelschirmung

Die Kabelschirmung ist eine grundlegende Schutzmaßnahme, um elektrische und elektronische Systeme vor den schädlichen Auswirkungen des elektromagnetischen Blitzimpulses (LEMP) zu bewahren. Als integraler Bestandteil eines umfassenden Schutzkonzepts ist sie entscheidend für die Vermeidung permanenter Ausfälle und die Sicherstellung der Systemverfügbarkeit.
Die Einkopplung von Störgrößen durch LEMP erfolgt über verschiedene physikalische Mechanismen: die resistive Kopplung (z. B. über gemeinsame Erdungsimpedanzen), die Kopplung durch das magnetische Feld (Induktion) und die Kopplung durch das elektrische Feld. Die Wirksamkeit der Kabelschirmung basiert auf der Reduzierung dieser Kopplungen und entfaltet ihre Wirkung auf zwei wesentlichen Wegen:

  1. Schutz vor geführten Störungen: Sie schützt vor Überspannungen, die sowohl durch Blitzeinschläge in die bauliche Anlage selbst oder in deren Nähe (interne Quelle) als auch durch Blitzeinschläge in eingeführte Versorgungsleitungen oder in deren Nähe (externe Quelle) entstehen und über Anschlussleitungen in das Gebäude und zu den Geräten übertragen werden.
  2. Schutz vor gestrahlten Störungen: Sie reduziert die direkten Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern, die von Blitzströmen abgestrahlt werden und direkt auf die Geräte und deren interne Verdrahtung einwirken können.

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