10.1.6 Folgestromlöschfähigkeit
Die Folgestromlöschfähigkeit Ifi bezeichnet die Fähigkeit eines SPDs (insbesondere eines SPD Typ 1 auf Funkenstreckenbasis) den nach einem Blitz- oder Überspannungsereignis einsetzenden Netzfolgestrom selbstständig und zuverlässig zu löschen, ohne dass Sicherungen oder Leitungsschutzschalter auslösen müssen.
Die Folgestromlöschfähigkeit Ifi bezieht sich auf den unbeeinflussten (prospektiven) Effektivwert des Netzfolgestromes, der vom Überspannungsschutzgerät beim Anliegen von Uc selbständig gelöscht werden kann. Der Wert von Ifi steht daher im engen Zusammenhang mit der Kurzschlussfestigkeit ISCCR (Kapitel 10.1.5).
Während die Kurzschlussfestigkeit ISCCR für den (einmaligen) Fehlerfall des SPDs relevant ist, beschreibt die Folgestromlöschfähigkeit Ifi das Verhalten des SPDs unter normalen, wiederholt stattfindenden Betriebsbedingungen.
Deshalb muss die Folgestromlöschfähigkeit Ifi gleich oder größer der Kurzschlussfestigkeit ISCCR des SPDs sein.
Das Auftreten eines Folgestromes beim Ansprechen eines SPD Typ 1 auf Funkenstreckenbasis ist ein technologiebedingter Sekundäreffekt, der nicht unmittelbar mit dem Stoßstrom-Ableitvermögen des SPDs Typ 1 im Zusammenhang steht. In Kapitel 10.1.5 wurde aufgezeigt, dass am Installationsort eines SPD Typ 1 mit hohen prospektiven Kurzschlussströmen zu rechnen ist. Für das Betriebsverhalten des SPD Typ 1 auf Funkenstreckenbasis ist es deshalb wichtig, auftretende Netzfolgeströme so stark zu begrenzen, dass der tatsächlich fließende Folgestrom deutlich kleiner ist als der am Einbauort mögliche Kurzschlussstrom (Bild 10.1.6.1).
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