9.6 Potentialausgleichsnetzwerke
Ein sorgfältig geplantes und installiertes Potentialausgleichsnetzwerk ist die unverzichtbare Grundlage, um die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit empfindlicher Anlagen zu gewährleisten. Das Potentialausgleichsnetzwerk ist die fundamentale Schutzmaßnahme. Es schafft eine niederimpedante Äquipotentialfläche, die gefährliche Spannungsdifferenzen zwischen den Komponenten verhindert und gleichzeitig die Stärke der schädlichen Magnetfelder im Inneren der Struktur reduziert. Somit ist ein integriertes Erdungs- und Potentialausgleichssystem nicht nur eine einzelne Schutzmaßnahme, sondern das Fundament, auf dem alle weiteren Schutzkonzepte, wie der Einsatz von Überspannungsschutzgeräten (SPDs), aufbauen.
Grundprinzipien des integrierten Erdungs- und Potentialausgleichssystems
Eine der wichtigsten Erkenntnisse im modernen Überspannungsschutz ist die Abkehr von isolierten Erdungssystemen. Getrennte Systeme für den Blitzschutz, die Energieversorgung und die Telekommunikation sind aus Sicht des Schutzes vor LEMP nicht zielführend, da sie im Fehlerfall zu gefährlichen Potentialunterschieden zwischen den Systemen führen können. Die DIN EN IEC 62305-4 fordert daher ein einziges, integriertes Erdungssystem, das alle leitfähigen Teile einer Struktur miteinander verbindet.
Ein solches vollständiges Erdungssystem besteht aus zwei untrennbaren Kernkomponenten, die ein dreidimensionales Netzwerk bilden (Bild 9.6.1):
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