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9.11.2 Koordination in Anlagen der Informationstechnik

Schutzmaßnahmen gegen Störgrößen aus Nah-, Fern- und direkten Blitzeinwirkungen innerhalb von Gebäuden für Anlagen der Informationstechnik im Rahmen des Blitzschutzzonen-Konzeptes werden als Schutzkonzept in der Regel in mehreren Schutzstufen umgesetzt. Dadurch wird die energiereiche Störgröße (Blitzteilstrom) in Stufen reduziert, indem eine erste vorgeordnete, energieabsorbierende Stufe den Hauptanteil der Störgröße vom nachfolgenden System abhält (Wellenbrecher). Die nachgeordneten Stufen dienen der Reduzierung der Störgrößen auf systemverträgliche Werte. Je nach Installationsbedingungen können mehrere Schutzstufen mittels einer Kombinations-Schutzschaltung auch in einem Überspannungsschutzgerät realisiert werden (Kombi-Ableiter). Die relevanten Schnittstellen, an denen die Schutzgeräte im Zuge einer Kaskade zum Einsatz kommen, sind die LPZ-Schnittstellen des Blitzschutzzonen-Konzeptes nach DIN EN IEC 62305-4. Eine Kaskadierung der Schutzgeräte hat unter der Berücksichtigung der Koordinationskriterien zu erfolgen. Zur Ermittlung der Koordinationsbedingungen gemäß DIN CLC/TS 61643-22 gibt es verschiedene Methoden, die teilweise bestimmte Kenntnisse vom Aufbau der Schutzgeräte voraussetzen. Eine „Black box“-Methode, die unabhängig vom internen Aufbau des SPDs eine Bewertung des Koordinationsverhaltens gestattet, ist die sogenannte „Let-Through-Energy“-(Durchlassenergie)-Methode, die auf Standard-Impuls-Parametern aufbaut und deshalb sowohl rechnerisch als auch praktisch nachvollzogen werden kann. Die Kaskade nach Bild 9.11.2.1 gilt als zueinander koordiniert, wenn jeweils die Restgrößen Ip bei kurzgeschlossenem Ausgang und Up bei leerlaufendem Ausgang kleiner sind als die jeweiligen Eingangsgrößen IIN / UIN. Diese Methoden sind jedoch für den Anwender nur schwer durchführbar, da sie messtechnisch sehr aufwendig sind. Deshalb erlaubt die Norm auch, Herstellerangaben zur Koordination zu benutzen. Blitzstrom-Ableiter an der Schnittstelle LPZ 0/1 oder höher werden in der Regel mit einem Ableitvermögen der Wellenform 10/350 μs ausgewiesen, Überspannungs-Ableiter dagegen nur mit der Wellenform 8/20 μs. Dies ist darin begründet, dass Überspannungs-Ableiter in erster Linie für Störungen induktiver und kapazitiver Einkopplung entwickelt wurden. Wird jedoch eine gebäudeüberschreitende Leitung mit einer Kaskade aus Blitzstrom-Ableiter und Überspannungs-Ableiter beschaltet, so ist aus den Koordinationsbedingungen Folgendes zu schließen:

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