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9.11.1 Koordination in Energieversorgungsanlagen

Die energetische Koordination von Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPDs) ist kein optionales Installationsdetail, sondern ein strategisches Schutzziel. Im Rahmen des Blitzschutzzonen-Konzepts dient sie der kontrollierten, kaskadierten Reduktion der durch den elektromagnetischen Blitzimpuls (LEMP) induzierten Bedrohungspegel. Ohne eine präzise Abstimmung der Schutzstufen führen transiente Stoßwellen zur unvermeidbaren Zerstörung hochsensibler IT-Komponenten, da die energetische Belastung die Störfestigkeit der Endgeräte bei weitem übersteigt.
Während einem Überspannungsschutz im Gerät (oder diesem unmittelbar vorgelagert) eine ausgesprochene Geräteschutzfunktion zukommt, ist die Funktion von Überspannungsschutzgeräten in der umgebenden Installation zweigeteilt. Sie stellt zum einen den Schutz der Installation dar und bildet zum anderen das Schutzglied zwischen den Gefährdungsparametern des Gesamtsystems und der Störfestigkeit der zu schützenden Betriebsmittel und Systeme. Die Gefährdungsparameter des Systems und die Störfestigkeit des zu schützenden Gerätes sind somit Dimensionierungsfaktoren für die zu errichtende Schutzkaskade. Damit diese Schutzkaskade, beginnend vom Blitzstrom-Ableiter bis hin zum Endgeräteschutz, funktionieren kann, muss sichergestellt werden, dass die einzelnen Schutzgeräte selektiv wirksam werden; d. h., dass jede Schutzstufe nur den Anteil der Störenergie übernimmt, für den sie ausgelegt ist. Diese Abstimmung zwischen den Schutzstufen wird allgemein als Koordination bezeichnet und ist in DIN CLC/TS 61643-12 DEHNbloc näher erläutert.

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