Seit seiner Gründung im Jahr 1980 hat das Technische Komitee IEC TC81 „Blitzschutz“ der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) vielfältige Normen zum Blitzschutz von Gebäuden, zum Schutz elektronischer Systeme, zur Risikoanalyse und zur Simulation von Blitzeinwirkungen erstellt. Daher brachte DEHN bereits 1981 den ersten BLITZPLANER heraus.

Die im Dezember 2002 entsprechend der neuen Strukturierung in Kraft gesetzte Vornormen-Reihe zum Blitzschutz wurde zu Beginn des Jahres 2006 durch die Normenreihe IEC 62305 Teil 1 – 4 abgelöst. Damit wurde eine grundlegende Basis für die Blitzschutznormung sowie deren Anwendungen gelegt. Diese Normenreihe wurde fast zeitgleich auch als europäische Blitzschutznorm EN 62305 Teil 1 – 4 veröffentlicht. Danach erfolgte eine Übernahme in die länderspezifische Nomenklatur DIN EN 62305. Zwischen 2006 und 2010 wurde die gesamte Normenreihe auf IEC-Ebene weiterentwickelt und im Dezember 2010 als IEC 62305 Teil 1 – 4:2010-12 (Edition 2) veröffentlicht. Während die Anpassungen international akzeptiert wurden, erfolgte auf europäischer Ebene zunächst lediglich die Annahme der Teile 1, 3 und 4, die dann im Oktober 2011 als EN-Dokument publiziert wurden. Der Teil 2 dagegen wurde noch an die europäischen Gegebenheiten angepasst, verbessert und schließlich im März 2012 als europäischer und im Februar 2013 als deutscher Standard veröffentlicht.

Aufgrund europäischer Verträge sind die Länder verpflichtet, auf nationaler Ebene europäische Normen vollständig zu übernehmen. Dies gilt generell – nicht nur für den Bereich Blitzschutz. Deshalb gibt es auf nationaler Ebene in Deutschland zusätzliche Informationen in Form von Beiblättern zur Norm. Damit besteht die Möglichkeit, Hinweise und Erläuterungen zu geben, welche die Anwendung der Norm vereinfachen oder auch um zusätzliche Informationen zu geben, für die im europäischen Bereich kein Interesse bestand. Diese Ergänzungen stehen nicht im Widerspruch zur eigentlichen Norm. Sie haben rechtlich nur informativen Charakter. Jedoch wurden die Beiblätter von unterschiedlichen Fachleuten erarbeitet und es konnten dadurch viele Aspekte aus Wissenschaft, Planung, Errichtung sowie Prüfung von Blitzschutzanlagen berücksichtigt werden. Die Beiblätter entsprechen daher dem Stand der Technik und sind zu beachten.

Mit dem vorliegenden, überarbeiteten und erneut wesentlich erweiterten BLITZPLANER möchten wir Ihnen als Fachleute auf diesem Gebiet, unabhängig davon ob planend oder ausführend tätig, Hilfestellung zur Normenreihe DIN EN 62305 und ihren Beiblättern geben. Ebenso gehen wir auch auf die im Jahr 2016 neu erschienenen DIN VDE 0100-443 und -534 ein und erläutern die sich daraus ergebenden Änderungen und neuen Anforderungen. Dazu beinhaltet dieses Standardwerk ausführliche Schutzlösungen für unterschiedlichste Anwendungen. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es sich bei den von uns unterschiedlich dargestellten Anwendungen um Beispiele handelt und jedes Objekt aufgrund seiner Struktur individuell nach den „anerkannten Regeln der Technik“ zu betrachten ist. Ebenso bietet das Fachbuch für alle Interessierte eine allgemeine Einführung in das breitgefächerte Gebiet des Blitz- und Überspannungsschutzes, dem sich das Unternehmen DEHN nun mit Dr. Philipp Dehn schon in der vierten Generation widmet.

An dieser Stelle geht deshalb auch ein herzliches Dankeschön an Herrn Thomas Dehn, geschäftsführender Gesellschafter der dritten Generation bei DEHN, für sein jahrzehntelanges Engagement für Wissenschaft, Forschung und Bildung. Nicht zuletzt war er es, der sich für die Erstellung dieses Fachbuches aus dem Hause DEHN einsetzte.

Jetzt liegt der BLITZPLANER in der 4. Ausgabe vor und wir hoffen, Sie damit wieder bei Ihrer Tätigkeit unterstützen zu können. Wir möchten Sie deshalb auch bitten, an der weiteren Verbesserung des BLITZPLANERs mitzuwirken. Senden Sie Ihre Korrekturen und Vorschläge an feedback.blitzplaner@dehn.de. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und werden uns bemühen, diese in der nächsten Auflage zu berücksichtigen.